Die Raupe


Die Raupe startet ihren Teil des Zyklus ca.2.5- 3 mm lang, ist anthrazit bis schwarzfarben mit einem hellen Sattel in der Mitte. In diesem Stadium ist noch nicht viel Action zu sehen. Sie saugt wohl mehr Saft oder knabbert nur an den Spitzen. Ihr Start ist ein Proteinschub indem sie die Eihülle verspeist. Die wachsende Raupe durchlebt 4-5 Häutungen. Der Thorax wächst und hat keinen Platz mehr in der Haut. Würde die Raupe sich nicht häuten, würde sie versticken. Kurz vor der Häutung ruht die Raupe auf einem Ästli. In dieser Zeit wird nicht gefressen. Man sollte die Raupe auf keinen Fall stören. Also keine Panik wenn die Raupe einfach regungslos irgendwo parkiert ist und nichts tut. Die Raupe bereitet sich zur Häutung vor. Ev. ist man gleich zur richtigen Zeit dort und kann es beobachten. Dann wird die alte Haut abgestreift und aufgefressen. Bald kommt die Farbe rot ins Spiel. Nach ein paar Häutungen werden sie so zu richtigen Schönheiten. Jede sieht wieder etwas anders aus. Die Farben sind nun orange, grün, weiss und schwarz. Die eine eher grünlich, die andere eher orange. Nun gibt es oft Circus zu sehen. Die turnen wie Weltmeister in der Pflanze rum, lassen sich kopfüber hängen um an besonders zarte Pflanzenspitzen zu kommen. Sie halten sich mit den Hinterbeinen fest, fassen die Pflanzenspitze und fressen wie eine Fräse den Ast ab. Kurz vor der letzten Häutung, sprich Verpuppung, hat die Raupe eine gute Länge von ca. 5 cm und ist beinahe so dick wie der kleine Finger. Nun geht die Post ab was die Fresserei anbelangt. Wenn die Raupe sich bedroht fühlt oder sich ärgert, fährt sie eine orange Nackengabel aus. Das ist das sogenannte Osmaterium. Die befindet sich zwischen dem Kopf und dem ersten Thoraxabschnitt. Die Raupe pumpt Hämolymphflüssigkeit rein um die Gabel auszustülpen. Drüsen sondern ein überiechendes Sekret ab. Dazu bäumen sie sich etwas auf um grösser zu wirken. Dies sollte zur Abschreckung für den Feind dienen. Nützt diese Abschreckung nichts, flüchtet die Raupe. Diese Nackengabel haben alle Ritterfalter. Ab und zu fühlen sie sich genervt wenn ich frisches Futter ins Gehege stelle und eine Fenchelspitze wohl etwas kitzelt. Dann kann mir eine Raupe schon mal ihre Hörner zeigen:-)

Man sollte die Raupe nicht mit den blossen Händen transferieren. Muss man sie aus irgendeinem Grund in eine andere Behausung zügeln, kann man sie mittels eines Ästchens ins neue Zuhause legen. Die klettert dann freiwillig auf neues Futter etc.   Da wo viel gefressen wird, wird viel gepupst. Mehr zur Hygiene im Raupenhotel in der entsprechenden Rubrik. Wenn viele Raupen zusammen in einem Hotel sind, kann es schon mal zur Zickerei kommen. Schwalbenschwanz Raupen können durchaus kanabalistische Züge aufweisen. Wenn man also merkt, dass es zu Angriffen kommt, besser separieren und sie nicht zusammen halten. Aber bis anhin hatte ich nur friedliche Raupen. Wenn das Futterangebot stimmt, können die wohl friedlich miteinander leben. Es ist gut wenn man Raupen im ungefähr selben Stadium zusammenlegt.

Irgendwann ist es dann soweit und die Raupe tritt in ein anderes Stadium: die Verpuppung. Dies zeichnet sich ab indem sie unruhig wird. Sie fängt an im Raupenstall umherzutigern. Dies kann sich über Stunden ziehen. Da geht es von einer Ecke in die Andere, die Wände hoch und wieder runter. Sie probiert einzelne Stecken aus die man ihr anbietet. Mehr dazu in der Rubrik Material. Daher ist es wichtig, dass die Raupe nicht in einem zu kleinen Raupenstall gehalten wird. Auf dieser Wanderung stellt sie das Fressen ein und entleert ihren Darm. Das kann ein grösserer grüner, dünner Klecks werden. Leider haben die Raupen manchmal einen eigenen Kopf und klettern nicht auf die vorgesehenen Stecken oder Äste. Ich klebe zu den Stecken auch einen breiten Streifen Küchenpapier an die Wände wenn ich Raupen im Glas halte. Daran können sie gut klettern und sich festhalten. Im Aerarium können sie sowieso bestens am Netzteil hochklettern .Keine Panik, auch dann gibt es pragmatische Lösungen wie man die Raupe später an einen Stecken binden kann. Eher ungern habe ich es persönlich wenn sie sich in einer Ecke vom Aerarium anbindet. Das heisst, das Aerarium muss ich dann so belassen. Aber keine Sorge, auch da gibt es Lösungen. In dieser Phase sollte man nicht zu viele Raupen auf kleinem Raum halten. Wenn dann zu viele zur selben Zeit auf Wanderschaft gehen, kann er turbulent werden. Daher versuche ich wenn möglich den richtigen Zeitpunkt abzufangen und sie dann in ein separates Gehege zu zügeln, einen Klettergarten. Mehr dazu bei Raupenstall. Dort kann sie dann noch weiter wandern wenn nötig, sich dann einen Ast aussuchen und sich in Ruhe auf die Verpuppung vorbereiten. Ist die Raupe nicht von Anfgang an geschützt vor Parasiten etc, kann sie krank werden. Zum Beispiel könnte sich eine Schlupfwespe einquartieren und die Raupe von innen her auffressen. Dies kann man aber verhindern indem man bereits die Eier schützt.

Was tun mit einer kranken, leidenden Raupe. Mehr dazu in der Rubrik Tipps.

Die Raupe besitzt 8 Beinpaare. Vorne hat sie 3 Brustbeine mit Krällchen. Mit denen kann sie sich bestens festhalten und klettern. Dann gibt es einen Abstand und dann folgen 4 Brustbeine zur zügigen Fortbewegung. Beim After hat sie noch einen Nachschieber.

 

Raupe schlüpft

Frisch aus dem Ei

Raupe frisst ihre Eihülle

Raupe noch ganz feucht

Stadium L 2, erste Häutung

Stadium L3, nach 2. Häutung

   

 

grüne Variante

3. Häutung, Raupe frisst alte Haut

 

| Kontakt | Impressum | Nutzungsrecht | Datenschutz | Copyright©Thee Ballmer