Die Puppe

Eines Tages ist es dann soweit und die Raupe hat das Stadium erreicht wo sie sich verpuppen will. Dies merkt man ihrer Unruhe an. Sie fängt an auf Wanderschaft zu gehen. Futter interessiert sie nicht mehr gross. Sie läuft querbeet durch den Raupenstall, Wände hoch und wieder runter, Stecken hoch und wieder zurück. Dies kann sich eine geraume Weile hinziehen. Irgendwann passt ihr dann ein Platz. Dann entleert sie nochmals gewaltig ihren Darm. Dies ist meistens ein riesengrosser grüner Klecks. Keine Sorge wenn dies wie Durchfall aussieht. Sie frisst dann nicht mehr. Dann spinnt sie sich hinten am Po ein Gespinnstpolster und ebenso einen Gürtel wo sie sich am Stecken befestigt. In dieser Stellung harrt sie bis zu zwei Tagen bevor sie sich nochmals häutet. Zuerst hat sich noch ein dünnes zartes Puppengewand welches sich dann festigt. Einige Wissenschafter sind der Meinung, die Farbe der Puppe passt sich der Umgebung an. Passiert dies mitten im Fenchel oder Dill, wird die Puppe grün. Passiert dies in einem Gefäss ohne Futter, wird sie braun/gräulich. Eine andere These ist, das sei genetisch bedingt. Also das mit der Umgebung stimmt nicht! Bei mir haben sich 15 Raupen fast zur selben Zeit im selben Gehege ohne Fenchel verpuppt. Da ist grün, braun und grau vertreten. Also doch eher genetisch oder einfach eine Laune der Natur.

Die ersten Tage passiert in der Puppe noch nicht so viel. Da ist noch die eigentlich Raupe. Die bemerkt man wenn sie sich gestört fühlt. Dann kann sie ganz schön zappeln in der Puppenhülle. Dann aber passiert das kleine Wunder. Die Raupe löst sich quasi auf zu einem Brei ähnlichem Zustand. Der enthält Nährstoffe und embryonale vorgebildete Anlagen aus welchen dann Körper, Flügel etc. des Schmetterlings gebildet werden.

Ist die Puppe aus der 1. oder 2. Generation, lässt man diese einfach immer noch mit Netz geschützt im Freien. Natürlich weiterhin vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen geschützt bis sie schlüpfen. Herrscht eine grosse Lufttrockenheit, kann man sie gut mal besprühen.Sind es späte zweit Generationen, schlüpfen diese Puppen ev. nicht mehr sondern überwintern. In DE hat es so eine kleine Faustregel: vor dem 10. August verpuppt, die Falter schlüpfen noch und es gibt noch eine dritte Generation. Geschieht die Verpuppung nach diesem Datum... überwintern sie.

Oft verpuppen sich die Raupen etwas ungünstig. Mal sind sie zu hoch am Ästli, mal zu tief. Dann nehme ich mir einen neuen Ast und tape den Ast mit der Raupe drauf, so, dass es genug Länge hat um in den Sand zu stecken und genug lang oben für den Falter nach dem Schlüpfen. War eine Raupe ein kleines Doofie und verpuppte sich am Küchenpapierstreifen, schneide ich den zu und klebe den Streifen auf einen Stecken. Ich lasse die frische Puppe aber ca. eine Woche ruhen bevor ich mit hantieren beginne. Ich stecke ca. 5 Steckli in ein Glas mit Vogelsand gefüllt und beschrift das Datum der Verpuppung.

Die zu überwinternden Puppen werden nun abgedunkelt mit alten Tüchern. Im Herbst werden die Nächte ja schon kühl. Tagsüber wir gut vor Wärme geschützt. Gibt es noch viele heisse Tage im Herbst, ev. die Puppen ein paar Wochen in den Keller stellen.

Nun zu den Temperaturen im Winter. Wer ein ungeheiztes Gartenhaus hat: super! Das ist ideal. Wer keines hat, hält sich auf dem Balkon oder auf dem Sitzplatz gut eingepackt wenn es nachts so deftig minus wird. Ab minus 6 Grad kommen meine Schätzchen in eine selbstgebastelte Styropor Box. Ev. hat man in der Nähe Bauern wo man anfragen kann ob man sie dort in einer Scheune überwintern darf. Sollte es bereits im März oder Anfangs April zu warm werden, stellt man die Puppen an einen kühleren Ort, Keller, Garage etc. Ein wenig Licht sollten sie haben. Werden sie drinnen gehalten sollten sie auch ab und zu besprüht werden. Aber nicht bei starken Minustemperaturen.

Im April wenn es wärmer wird tut sich dann bald etwas. Bald kann man die Zeichnung des Schmetterlinges durchschimmern sehen. Dann geht es nicht mehr lange bis die Ersten Schlüpfen. Mehr zum Schlüpfvorgang in der eigenen Rubrik.

 

Dieser Verpuppungsort nicht ideal

Die Spiesse im Glas mit Vogelsand

Es dauert nicht mehr lang bis er schlüpft

Braune Variante

Zeichnung auch sichtbar

Schwalbenschwanz eingesponnen

Spinnt den Gürtel mit vielen Drehungen

 

 

 

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